KULTUR IM ZENTRUM
VON RAPPERSWIL-JONA

Ausstellungsraum

Spot on. Toilettengeschichten

Mit Werken von Anna Artaker, Johana Blanc, Julia Bodamer, Florian Bühler, Lily Cursed, Daniel Eatock, Lotte Meret Effinger, Fischli / Weiss, Bethan Huws, Julia Kälin, Isabelle Krieg, Sarah Lucas, Quintessa Matranga, Sonja Duò-Meyer, Mickry 3, Noha Mokhtar & Gregor Huber, Victorine Müller, Marlies Pekarek, Steven Pippin, Jaanus Samma, Jan Sebesta, Andreas Slominski, Sereina Steinemann, Vanessa Thill, Julie Verhoeven und Addie Wagenknecht sowie einer Intervention von Jérôme Nager, Timéa Schmidt und Roberto Zancan / Architecture d’intérieur HEAD-Genève.

Die Toilette ist ein stilles Örtchen im eigentlichen Sinn, denn der Gang aufs WC ist ein Tabu. Das war nicht immer so, im 17. Jahrhundert erledigte Louis XIV sein Geschäft noch in Anwesenheit von Besuch. Als vielschichtige kulturelle Form ist die Toilette geprägt von gesellschaftlichem Wandel und reich an psychologischen Dimensionen. Anhand von Kunstwerken und kulturgeschichtlichem Material gehen wir der Toilette in der Ausstellung Spot on. Toilettengeschichten auf den Grund. Die Alte Fabrik ist der richtige Ort dafür: Sie wurde 1917/1918 im Auftrag von Albert Emil Gebert erbaut und legte vor gut hundert Jahren den Grundstein für den heute weltweit tätigen Sanitärtechnikkonzern Geberit. Somit sind wir an der Quelle, um über die Toilette, Abwassertechnik und das Verhältnis des Menschen zu seinen körperlichen Ausscheidungen nachzudenken. In der Ausstellung Spot on wird die Toilette als Schnittstelle zwischen dem Innen und dem Aussen verstanden: Sie bringt das Innere des Menschen – seine Biologie und Psyche – in Kontakt mit dem ihm Äusseren, seiner Umgebung, der sichtbaren Architektur. Auch baulich stehen Toiletten an einer Schnittstelle, sind sie doch über ein unsichtbares Abwassersystem mit dem verborgenen Inneren der Gebäude, mit dem Untergrund, dem Unsichtbaren verbunden. In der Toilette verzahnen sich Psychologie, Medizin, Soziologie, Architektur, Design und Technik.

Eröffnung Freitag, 23. August, 19.00 Uhr
Dauer Ausstellung 24. August – 13. Oktober 2019
Öffnungszeiten Mittwoch, 12-18 Uhr / Samstag und Sonntag, 11-17 Uhr sowie auf Anfrage
Öffentliche Führungen und Veranstaltungen Flyer Spot on
Preise Ausstellung Eintritt frei

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Geberit AG.

Foto Credit: © Daniel Eatock, Toilet Paper, 2019, Schweizer Remake aus Soft Comfort Toilettenpapier, sorgfältig im Inneren der Rolle aufgerollt, Foto: Stephan Nagl
Ausstellungsansichten: Peter Baracchi, Zürich