KULTUR IM ZENTRUM
VON RAPPERSWIL-JONA

Programm bis zum Sommer

Fabriktheater

Hier sehen Sie momentan, was geplant war aber aktuell nicht zu sehen ist. Was unter anderen Umständen zu sehen wäre und allenfalls später zu sehen sein wird.

Nicht geplant war bei unserer Planung, dass @home so radikal umgesetzt werden würde. Am 29. Februar rezitierte Martina Hirzel in der Zaubershow von Fausto Merlini folgende Worte: „Die ich rief, die Geister / werd ich nun nicht los.“ Was Goethe seinem Zauberlehrling um 1797 in den Mund legte, gilt für uns technisch scheinbar so versierte Menschen und Gesellschaften nach wie vor.

HEIMat

Das Wort schillert.
Ursprünglich meint Heimat ein Wohnrecht mit Schlafstelle.
Ein bescheidener Rückzugsort, etwas Nestwärme. Fast schon
eine Selbstverständlichkeit, eigentlich.

«Home Is Where The Hatred Is» nennt sich ein bekannter
Song des Rap-Vorläufers Gil Scott-Heron von 1971.
Da kam offensichtlich einiges in Bewegung. Das Zuhause
mutiert zum Ort, wo das Gehasste weilt. Auf jeden Fall
bleibt es ein vor Emotionen bebender Ort. So oder so.

Wie oft, zeigt sich Vertrautes erst in Abwesenheit.
1651 wurde erstmals eine verbreitete Befindlichkeit als
«Heimwee» bezeichnet, später auch als Schweizer Krankheit
beschrieben. Den jungen Burschen in fremden Kriegsdiensten
fehlte nicht nur eine behagliche Schlafstelle. Es war ihnen verboten, mundartliche Lieder zu singen. Auch der Alpenfirn war fern. So litten sie in der Fremde an einer Sehnsucht nach gewohnter Umgebung und Sprache, nach lieben Bräuchen.

Heute sind viele ständig auf Achse, mobil und vernetzt, gewollt oder ungewollt. Wo finden sie ihr @home?
Unser Programm spürt dem nach. Wir laden Sie ein, sich wie zu Hause zu fühlen.

(so der Plan wie gedruckt im Herbst 2019)

Foto Credit: © Plakat Katharina Werdmüller